Packen und Kartons: Menge, Reihenfolge und Beschriftung
Als Faustregel brauchen Sie ungefähr einen Umzugskarton je Quadratmeter Wohnfläche, also etwa fünfzig Stück für eine Zweizimmerwohnung und rund hundert für ein Haus mit vier Zimmern. Gepackt wird von hinten nach vorn: zuerst Keller, Dachboden und alles, was bis zum Umzugstag niemand braucht, zuletzt Küche und Bad. Beschriftet wird mit dem Zielraum und nicht mit dem Herkunftsraum, und zwar auf der Seite, nicht auf dem Deckel.
- Faustregel: ein Karton je Quadratmeter Wohnfläche
- Zwanzig Kilogramm sind die Grenze, ab der ein Karton zur Belastung wird
- Packreihenfolge in acht Schritten, von Keller bis Sofortkiste
- Leihen oder kaufen: beide Rechnungen stehen auf dieser Seite
- Sieben Dinge, die in keinen Umzugskarton gehören
Wie viele Kartons Sie wirklich brauchen
Die brauchbarste Faustregel lautet: ein Umzugskarton je Quadratmeter Wohnfläche. Für fünfzig Quadratmeter sind das rund fünfzig Kartons, für ein Haus mit hundert Quadratmetern rund hundert. Das klingt nach viel und ist es auch, und genau deshalb liegen die meisten Leute beim ersten Schätzen zu niedrig.
Die Regel ist eine Faustregel und keine gemessene Zahl. Sie verschiebt sich in beide Richtungen, und zwar stärker durch das, was Sie besitzen, als durch die Größe der Wohnung. Wer Bücher sammelt, Werkzeug hat, viel Geschirr besitzt oder Vorräte hält, liegt deutlich darüber. Wer offen wohnt, wenig Kleinteiliges hat und mehr Möbel als Inhalt besitzt, kommt mit zwei Dritteln aus.
Rechnen Sie lieber zehn Kartons zu viel ein als fünf zu wenig. Ein leerer Karton, der zurückgeht, kostet Sie fast nichts; eine zweite Materialfahrt drei Tage vor dem Umzug kostet Zeit, die dann an anderer Stelle fehlt.
Mehr zum Nachlesen
- Wohnungsübergabe Was besenrein bedeutet, was der Vermieter beim Rundgang ansieht und was bis zum Termin raus sein muss.
- Umzugskosten Woraus sich der Betrag zusammensetzt, mit drei Rechnungen aus unserer eigenen Preisliste.
- Sperrmülltrennung Was als sperrig gilt, was einzeln gehen muss und was in keine gemischte Fuhre darf.
- Sperrmüll Einzelne sperrige Stücke werden dort abgeholt, wo sie stehen, verladen und zur Umladestation gefahren.
- Entrümpelung Einzelne Räume oder ganze Ebenen werden leergeräumt, während der Rest der Wohnung ganz normal bewohnt bleibt.
Was in den Karton gehört und wie schwer er werden darf
Die Grenze liegt bei etwa zwanzig Kilogramm. Darüber wird ein Karton nicht nur schwer, sondern gefährlich: Der Boden reißt beim Anheben, und getragen wird er ohnehin nicht mehr richtig, sondern geschleppt. Bücher erreichen dieses Gewicht bei halber Füllhöhe, deshalb gehören sie in kleine Kartons oder nur bis zur Hälfte in große.
Der zweite Punkt ist die Schichtung. Schwer nach unten, leicht nach oben, und Hohlräume werden gefüllt, bis nichts mehr rutscht. Ein Karton, in dem es beim Anheben klappert, ist schlecht gepackt, egal wie gut das Geschirr eingewickelt war.
Geschirr wird stehend gepackt, nicht gestapelt: Teller auf die Kante, wie Schallplatten. Gläser kommen mit Papier gefüllt und einzeln eingewickelt hinein. Das ist die einzige Packregel, an der wirklich etwas zerbricht, wenn man sie übergeht.
Sechs Regeln, die jeden Karton heil ans Ziel bringen
- Zwanzig Kilogramm nicht überschreiten. Im Zweifel den Karton zu zwei Dritteln füllen und mit Papier auffüllen.
- Bücher und Werkzeug in kleine Kartons, Kissen und Bettzeug in große. So wird kein Karton unhandlich.
- Schwer nach unten, leicht nach oben, Hohlräume mit Packpapier füllen.
- Teller senkrecht auf die Kante stellen, Gläser einzeln wickeln und innen ausstopfen.
- Den Boden mit zwei Streifen Klebeband kreuzweise sichern, bevor eingepackt wird.
- Den Deckel schließen können. Was übersteht, verhindert das Stapeln und kostet Ladefläche.
Die Reihenfolge: von hinten nach vorn packen
Packen scheitert selten am Platz und fast immer an der Reihenfolge. Wer mit der Küche anfängt, kocht drei Wochen aus Kartons. Wer mit dem Keller anfängt, merkt den Umzug zwei Wochen lang kaum.
Die Reihenfolge unten funktioniert in jeder Wohnung. In einem Haus mit Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus ist sie noch wichtiger, weil dort das meiste Volumen liegt und gleichzeitig das, was am wenigsten gebraucht wird.
Acht Schritte in der Reihenfolge, in der sie abgearbeitet werden
Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus. Hier entscheidet sich zuerst, was überhaupt mitkommt.
Saisonsachen: Winterkleidung im Sommer, Gartengeräte im Winter, Weihnachtskisten das ganze Jahr.
Bücher, Akten und Unterlagen, die Sie bis zum Termin nicht anfassen.
Deko, Bilder, Vasen, Kerzenständer. Alles, was nur herumsteht, geht früh in den Karton.
Wäsche und Kleidung bis auf zwei Wochenrationen. Was am Bügel hängt, bleibt hängen und geht in die Kleiderbox.
Der Rest der Wohnräume, dann die Möbel zerlegen, soweit Sie das selbst machen.
Küche und Bad, und zwar erst in den letzten drei Tagen.
Die Sofortkiste. Werkzeug, Klebeband, Kaffee, Toilettenpapier, Handtücher, Ladekabel, Bettzeug für die erste Nacht. Diese Kiste fährt bei Ihnen mit, nicht im Wagen.
Beschriften, damit am Ziel niemand sucht
Beschriftet wird mit dem Raum, in den der Karton kommen soll, nicht mit dem Raum, aus dem er stammt. Das klingt selbstverständlich und wird trotzdem in jedem zweiten Haushalt andersherum gemacht. Am Ziel trägt niemand nach dem Herkunftsraum, weil den niemand kennt.
Geschrieben wird auf zwei Seiten, nicht auf den Deckel. Sobald Kartons gestapelt stehen, sieht man Deckel nicht mehr. Zwei Seiten deshalb, weil ein Stapel selten so steht, dass alle Schriftzüge in dieselbe Richtung zeigen.
Eine Nummer je Karton und eine kurze Liste auf dem Handy kosten zusammen zehn Minuten und ersparen am Zielort die Suche nach dem einen Karton mit den Schrauben. Wer das nicht machen will, sollte wenigstens die fünf wichtigsten Kartons nummerieren.
Was auf jeden Karton gehört
- Der Zielraum in Großbuchstaben, auf zwei gegenüberliegenden Seiten
- Eine laufende Nummer, dazu eine Liste mit dem groben Inhalt
- Ein deutlicher Hinweis, wenn Zerbrechliches drin ist, und zwar auf allen vier Seiten
- Ein Pfeil nach oben bei allem, was nicht gekippt werden darf
- Ein eigenes Zeichen für Kartons, die zuerst geöffnet werden sollen
Was in keinen Umzugskarton gehört
Manches fährt besser bei Ihnen im Auto, und manches darf gar nicht in eine Ladefläche zwischen dreißig anderen Kartons. Die erste Gruppe sind Dinge, deren Verlust nicht ersetzbar ist. Die zweite Gruppe sind Dinge, die anderen Ladungsteilen schaden können.
Für beide gilt dieselbe einfache Lösung: eine Tasche, die Sie selbst tragen, und eine Kiste, die sichtbar getrennt steht. Sagen Sie uns beim Beladen, welche das sind, dann fassen wir sie nicht an.
Sieben Dinge, die Sie selbst transportieren
- Ausweise, Verträge, Zeugnisse, Versicherungsunterlagen und der Mietvertrag für die Übergabe
- Schmuck, Bargeld, Sparbücher und alles, was klein und wertvoll ist
- Sämtliche Schlüssel, auch die der alten Wohnung, in einer beschrifteten Tüte
- Medikamente, besonders solche, die gekühlt gehören
- Laptops, Festplatten und alles, worauf Daten liegen, die nirgends sonst liegen
- Offene Flüssigkeiten, Reinigungsmittel und Spraydosen. Was ausläuft, ruiniert den halben Wagen.
- Zimmerpflanzen. Sie stehen im Wagen dunkel und kippen bei jeder Kurve; im Fußraum überstehen sie den Tag besser.
Leihen oder kaufen, einmal durchgerechnet
Dreißig Kartons für eine Woche geliehen ergeben 15 €, weil die Leihgebühr 0,50 € je Stück und Woche beträgt. Dieselben dreißig Kartons gekauft ergeben 63 €, denn der Kaufpreis lautet 2,10 € je Stück. Dauert die Sache vier Wochen, ergibt die Leihe 60 € und liegt damit immer noch unter dem Kauf.
Die Rechnung kippt also erst, wenn Sie Kartons deutlich länger behalten oder dauerhaft brauchen. Für Kleidung am Bügel gibt es die Kleiderbox mit Stange, die kostet 2,80 € je Stück und Woche; sie erspart das Falten und das Bügeln danach. Packpapier kommt im Bund mit zehn Kilogramm, der Preis dafür lautet 13 €, und eine Rolle Luftpolsterfolie mit fünfzig Metern kostet 17 €.
Möbeldecken brauchen Sie nur, wenn Sie selbst fahren; bei uns liegen sie im Wagen. Als Leihgabe kostet die Möbeldecke 2,00 € je Stück und Woche, Gurte liegen ohne Aufpreis dabei. Wer gar nicht selbst packen will, bucht den Packdienst, der wird je Kraft und Stunde gerechnet und kostet ab 26 €.
Packen in einem Haus mit Keller, Garage und Gartenhaus
In Stahnsdorf stehen überwiegend Häuser, und von den Gebäuden mit erfasster Geschosszahl haben siebenhundertachtundzwanzig von siebenhundertdreiundsechzig höchstens zwei Geschosse. Das verändert das Packen an zwei Stellen gegenüber einer Etagenwohnung.
Erstens ist der Weg zum Wagen kurz, weil an der Einfahrt geladen wird und nicht durch ein Treppenhaus. Sie können deshalb ruhig größere Stapel bilden und müssen nicht raumweise puffern. Zweitens verteilt sich der Hausrat auf vier Orte statt auf einen, und Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus werden beim Schätzen fast immer vergessen.
Packen Sie diese vier Orte zuerst und stellen Sie die fertigen Kartons an einer Stelle gesammelt ab, am besten in der Garage oder im Flur neben der Haustür. Ein zentraler Stapel spart am Umzugstag mehr Zeit als jede andere Vorbereitung, weil die Mannschaft dann nicht in vier Richtungen läuft.
Was Packen und Kartons kostet
Fest wird eine Zahl erst, wenn wir die Sache gesehen haben. Bis dahin ist die Tabelle eine Untergrenze.
| Wohnung | Wohnfläche | Kartons nach Faustregel |
|---|---|---|
| 1 Zimmer | bis 35 m² | bis 35 Kartons |
| 2 Zimmer | 35 bis 60 m² | 35 bis 60 Kartons |
| 3 Zimmer | 60 bis 85 m² | 60 bis 85 Kartons |
| 4 Zimmer | 85 bis 110 m² | 85 bis 110 Kartons |
| 5 Zimmer | ab 110 m² | ab 110 Kartons |
Fragen rund ums Packen
- Wie viele Umzugskartons braucht eine Wohnung mit siebzig Quadratmetern?
Nach der Faustregel ein Karton je Quadratmeter sind das rund siebzig Stück. Wer viele Bücher, Werkzeug oder Geschirr besitzt, sollte achtzig einplanen; wer offen wohnt und wenig Kleinteiliges hat, kommt mit fünfzig aus. Planen Sie lieber zehn zu viel ein, denn ungenutzte Leihkartons gehen zurück.
- Wie schwer darf ein einzelner Karton werden?
Etwa zwanzig Kilogramm sind die sinnvolle Grenze. Darüber reißt der Boden beim Anheben, und der Karton wird nicht mehr getragen, sondern geschleppt. Bücher erreichen dieses Gewicht bei halber Füllhöhe, deshalb gehören sie in kleine Kartons und Bettzeug in große.
- Ist es günstiger, Kartons zu leihen oder zu kaufen?
Für einen normalen Umzug ist Leihen günstiger. Dreißig Kartons eine Woche geliehen ergeben 15 €, dieselbe Menge gekauft ergibt 63 €, und selbst vier Wochen Leihe ergeben 60 € und bleiben damit darunter. Kaufen lohnt erst, wenn die Kartons dauerhaft im Haus bleiben sollen.
- Womit fängt man beim Packen an?
Mit dem, was bis zum Umzugstag niemand braucht: Keller, Dachboden, Garage, Gartenhaus, dann Saisonsachen, Bücher und Deko. Küche und Bad kommen zuletzt, in den letzten drei Tagen. Wer umgekehrt vorgeht, lebt wochenlang aus Kartons und packt am Ende doch in Eile.
- Wie beschriftet man Kartons richtig?
Mit dem Zielraum, nicht mit dem Herkunftsraum, und auf zwei gegenüberliegenden Seiten statt auf dem Deckel, weil gestapelte Kartons keinen sichtbaren Deckel haben. Eine laufende Nummer und eine kurze Inhaltsliste auf dem Handy ersparen am Zielort die Suche nach dem einen Karton mit den Schrauben.
- Was sollte nicht mit dem Wagen fahren?
Ausweise, Verträge, Schmuck, Bargeld, sämtliche Schlüssel, Medikamente und Datenträger gehören in eine Tasche, die Sie selbst tragen. Offene Flüssigkeiten und Spraydosen bleiben draußen, weil Ausgelaufenes eine ganze Ladung ruiniert, und Zimmerpflanzen überstehen den Tag im Fußraum besser als im dunklen Laderaum.
Kartonzahl und Termin in einem Aufwasch
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